Kofferdam

Was ist Kofferdam?

Es handelt sich um ein großflächiges Gummispanntuch, das im Mund wie ein Segel aufgespannt wird. Die zu behandelnden Zähne schauen aus dem Gummituch heraus. Das Arbeitsfeld ist abgedeckt, ähnlich wie das Operationsfeld eines Chirurgen. Der Zufluss von Speichel und die Einwirkung der Feuchtigkeit aus der Atemluft kann so verhindert werden.

Was ist der Vorteil von Kofferdam?

Ein großer Vorteil der Kofferdamtechnik ist die absolute Trockenlegung auch unter dem Zahnfleischrand liegender Bereiche.

Dies wird durch aufwendiges Anpassen der Kofferdamklammer an den individuellen Wurzelquerschnitt erreicht und ermöglicht durch Verdrängung des Zahnfleisches die Behandlung von Arealen, die sich ohne Kofferdam im nicht sichtbaren Bereich unterhalb des Zahnfleisches befinden.

Wichtig ist diese Tatsache bei Anwendung der Adhäsivtechnik, bei der ein Hauptqualitätskriterium für den dauerhaften Verbund von Zahnsubstanz und Restaurationsmaterial die absolute Trockenlegung darstellt. Die Adhäsivtechnik bezieht sich dabei nicht nur auf den Bereich der Füllungsmaterialien, sondern auch auf das Eingliedern vollkeramischer Restaurationen wie Keramikinlays oder vollkeramischer Brücken oder Kronen.

Warum verwenden wir Kofferdam?

Diverse Fachpublikationen kritisieren seit geraumer Zeit, dass Kofferdam nur von vergleichsweise wenigen deutschen Zahnmedizinern verwendet wird.

Das Argument, auch ohne Kofferdam mit der „relativen Trockenlegung“ speichelfrei/trocken zu arbeiten, ist insofern kritisch zu beurteilen, als der Kofferdam auch das Kondenswasser der Atemluft zurückhält. Bei einer gewissenhaft ausgeführten Kunststofffüllung ist der Kofferdameinsatz obligatorisch. Auch bei der Entfernung von alten Füllungsmaterialien wie z.B. Amalgam oder Kunststoff ist der Kofferdameinsatz unabdingbar. Ein Verschlucken der Restanteile des zum Teil toxischen Füllungsmaterials und bakteriell infizierten Gewebes wird so verhindert.

Wie fühlt sich Kofferdam an?

In einer aktuellen Stellungnahme der DGZMK zur Wurzelkanalbehandlung heißt es: „Eine Kofferdamisolierung sollte bei jeder Sitzung einer Wurzelkanalbehandlung erfolgen“. Die ersten Erfahrung mit Kofferdam ist zwar etwas fremd, aber nach kurzer Zeit finden fast alle Patienten die Barriere gut.

Bei der ersten Erfahrung mit dem Kofferdam scheint das Verfahren dem Patienten unangenehm, aber kurz danach stellt es sich als eine Erleichterung heraus, denn das oftmals lästige Absaugen des Wassers im Mund entfällt. Hier sammelt sich - wenn überhaupt - nur der eigene Speichel, der getrost geschluckt werden kann. Der Patient empfindet durch die Abschottung mit dem Kofferdam ein Gefühl, als würde der Zahnarzt gar nicht in seinem Mund arbeiten. Das gesamte Arbeiten verlagert sich vor das Gummispanntuch. Für den Zahnarzt ist ein solches Arbeitsfeld eine optimale Voraussetzung für präzises und ruhiges Arbeiten.