Aufbissschiene/Knirschschiene

Warum so verbissen?

Bei ungestörter Funktion haben die Zähne tagsüber nur etwa 30 Minuten Kontakt zueinander.

Dieser Kontakt zwischen den Zähnen ist meist drucklos. In der übrigen Zeit haben die Muskeln Zeit sich zu regenerieren. Werden diese Ruhepausen durch nächtliches Pressen und Knirschen minimiert, können Kopfschmerzen und nachhaltige Schäden an den Zähnen entstehen.
Die Symptome sind anfänglich vom Patienten sehr schwer festzustellen. Kleinere Abnutzungen an den Zähnen sind die ersten  Anzeichen für Bruxismus - des pathologischen Zähneknirschens. Auch bei Jugendlichen treten diese Abnutzungen auf.

„Knirschen/Bruxismus muss behandelt werden”

Bild: Schienentherapie1 (Bilderpool pro dente)

Starkes Knirschen setzt das Kausystem unter enormen Druck. Bis zu 300 kg bei Frauen und bis zu 400 kg bei Männern müssen die Zähne, Muskeln und Kiefergelenke „ertragen”. Am Tag würde wohl niemand diesen Kraftakt absichtlich herbeiführen.

Bild: Nackenverspannung

Es sollte eine Therapie mit der Aufbissschiene erfolgen, um weitere Erkrankungen des Kausystems wie Kiefergelenkveränderungen oder Kopfschmerzen und Tinitus zu verhindern.

Was sind die Ursachen für nächtliches Knirschen und Pressen?

Übermäßiger Stress und andere seelische Belastungen. Diese führen dazu, sich „durchzubeißen” bzw. „die Zähne zusammen zu beißen”.
Störungen im Zusammentreffen der Zahnreihen - dies wird vom Körper mit „verstärkter Muskelaktivität” beantwortet.
Orthopädische Probleme wie Fehlhaltung und Fehlfunktion der Halswirbelsäule. Diese führen tagsüber zu erhöhter Muskelaktivität, die sich verselbstständigen kann und im nächtlichen Knirschen endet.

Ist das "Knirschen" ein langfristiges Problem?

Das Zähneknirschen und auch - "pressen" kann unterschiedlich stark von wenigen Minuten bis zu mehreren Stunden erfolgen.
Nach zum Beispiel akuten Stressperioden (Examen) kann das Zähneknirschen wieder eingestellt werden. In der akuten Phase ist eine Therapie unbedingt erforderlich, um Folgeschäden zu vermeiden.
Die anfängliche Angewohnheit kann sich auch zu einer schwer beherrschbaren Erkrankung entwickeln, die ohne Hilfe nicht überwunden werden kann.

Welche Schäden könnnen durch Knirschen und Pressen entstehen?

Nicht jeder Mensch, der regelmäßig Kopfschmerzen kennt, hat eine CMD (Cranio Mandibuläre Dysfunktion) – eine strukturelle, funktionelle Fehlregulation-. Dennoch lohnt sich bei stetig wiederkehrenden Schmerzen der Gang zum spezialisierten Zahnarzt.
Leider ist für viele Patienten der Rat vom Zahnmediziner erst das Ende einer Reihe von langwierigen Diagnosen.

Beim Knirschen verliert die Zahnsubstanz in kurzer Zeit massiv an Substanz.
Durch Abrieb an den Zähnen verändert sich das Verhältnis von Oberkiefer zu Unterkiefer. Der Biss verändert sich.
Die Ränder der Zahnrestaurationen werden beschädigt, es entsteht Karies.
Die Aussprache ändert sich.
In fortgeschrittenen Fällen ist kaum noch Zahnsubstanz zu „sehen”. Die Zähne sind zu kurz.
Das nächtliche Muskeltraining ändert ungewollt asymmetrisch die Gesichtsform - bedingt durch das Muskelwachstum ähnlich dem Bodybuilding.
Die starke Anspannung der Muskeln führt zu Schmerzen im Nacken und Schulterbereich.

Wie wird Zähneknirschen behandelt?
  • Die Behandlung des Zähnepressens bzw. Zähneknirschens orientiert sich an den individuellen Ursachen.

  • Mit Diagnoseschienen kann der Schweregrad des Knirschens ermittelt werden.

  • Die Behandlung richtet sich nach jedem Einzelfall.

  • Vor jeder Therapie steht die Diagnose der Erkrankung. Hier sind die „klinische Funktionsanalyse” und die „instrumentelle Funktionsanalyse” unabdingbar.

  • In bestimmten Fällen werden spezialisierte Orthopäden und Physiotherapeuten sowie/oder Ärzte für psychosomatische Medizin hinzugezogen.

  • Zeitlich am Anfang steht die Behandlung mit individuell angepassten Aufbissschienen.

  • Eine Aufbissschiene ist eine an den Zahnbogen angepasste Kunststoffauflage.

  • Zusätzlich werden gegen Bruxismus auch autogenes Training und Entspannungsübungen empfohlen.